Reaktor C kann am Samstag noch nicht wieder starten – Gründe hierfür verschweigt das AKW

Heute am Samstag (12.8.17) sollte mittags der Reaktor C in Gundremmingen nach einer mehrwöchigen Revision wieder hochgefahren werden. Dies wurde am Donnerstag (10.8.) ohne Angabe von Gründen auf Sonntagmorgen verschoben.

Das ist das zweite Mal, dass die Wiederinbetriebnahme erheblich verschoben wird. Zu Beginn der Revision am 8. Juli war für den Wiederbeginn der Atomstromproduktion noch der 9. August angeben worden. Dies wurde bekannt, weil RWE als Betriebsführer des AKW Gundremmingen durch eine EU-Verordnung verpflichtet ist, im Interesse des Stromhandels (nicht der Nachbarn und Bürger) öffentlich zu machen, welche Kraftwerke wann nicht produzieren können.

Transparenzseite https://www.rwe.com/web/cms/de/59766/transparenz-offensive/zentraleuropa/verfuegbarkeit/nichtbeanspruchbarkeit-kraftwerke/

Dreierlei wird hierbei deutlich:

  1. Auch der Block C in Gundremmingen ist alt und abgenutzt und Reparaturen und Wartung erfordern trotz des Zeitdrucks, den die RWE Aktiengesellschaft macht, offenbar mehr Zeit.
  2. Die Stromversorgung funktioniert auch ohne den Block C. Erst kürzlich wurde bekannt, dass neuerdings sogar Wasserkraftwerke an der Donau zeitweise das Wasser ungenutzt an den Turbinen vorbei rauschen lassen, weil ihr Strom nicht erwünscht ist. Dazu ist in Gundremmingen der Block B schon im Auslaufbetrieb (Stretch-Out-Betrieb) für die endgültige Stilllegung. Die Leistung dieses Reaktors wird ständig verringert. Auch stehen in Irsching an der Donau 1800 Megawatt Gaskraftwerke ungenutzt herum. Ein Block in Gundremmingen hat 1300 Megawatt.
  3. Das AKW informiert Stromhändler besser als die Nachbarn und die Bürgerinnen und Bürger der Region, die aber im Fall des Falles Opfer der Strahlung aus dem AKW würden.

Wir Umweltschützer fordern, dass der Block C gar nicht mehr in Betrieb genommen wird. Er ist gefährlich und für die Stromversorgung überflüssig. Zudem hat er keine Entsorgung. Und dennoch lässt man ihn an jedem Betriebstag etwa so viel langdauernde Radioaktivität neu erzeugen, wie insgesamt in allen 125000 Atommüllfässern im undichten Versuchsendlager Asse II stecken.

Raimund Kamm

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