Der Atommüll gehört zu Bayern – und Sie, Herr Seehofer, tragen neben anderen persönlich Schuld hieran!

Was Sie, Herr Seehofer, endlich den Mitbürgern eingestehen sollten:

An jedem Tag, an dem ein großer Reaktor läuft, erzeugt er viel Strom und viel Atommüll. Wenn man die Radioaktivität zum Maßstab nimmt – die Strahlung macht krank und tötet, nicht die Kilos – produzieren der Block C in Gundremmingen sowie der Block Isar II bei Landshut jeweils eineinhalb Mal so viel Atommüll neu, wie zum Vergleich insgesamt in den 126.000 Atommüllfässern im undichten Versuchsendlager Asse 2 stecken. Bayern macht also täglich drei Mal Asse neu.

In den Reaktoren entsteht beim Spalten von Uran tödlich strahlender Atommüll. Unter anderem durch einen Brutprozess Plutonium, ein extremer Alphastrahler. Es heißt, schon das Einatmen von einem Millionstel Gramm Plutonium führe mit großer Wahrscheinlichkeit zum Lungenkrebs. Täglich erzeugt ein Atomreaktor rund 700 Gramm Plutonium. Der Hauptbestandteil ist das Isotop Plutonium 239 mit einer Halbwertszeit von 24.110 Jahren. Das heißt in 24 Tausend Jahren ist die Hälfte des Plutoniums 239 zerfallen. Von der restlichen Menge zerfällt in weiteren 24 Tausend Jahren wiederum die Hälfte. Usw. Das Plutoniumisotop 242 hat sogar eine Halbwertszeit von 375.000 Jahren. Rund 60 Jahre nach Beginn der Plutoniumerzeugung in Bayern im Forschungsreaktor in Garching (1957), im Versuchs-AKW in Kahl am Main (1960) und dann im ersten deutschen Großreaktor Block A in Gundremmingen (1966), gibt es natürlich keine Entsorgung dieses Plutoniums. Es muss zum Abklingen seiner tödlichen Strahlung viele hunderttausende Jahre hermetisch eingeschlossen gelagert werden.

Als Mitglied mehrerer Bundesregierungen und als Ministerpräsident in Bayern haben Sie, Herr Seehofer, mehrfach Weichen für die Atomspaltung gestellt. Auch heute setzen Sie sich nicht dafür ein, was gut möglich ist, die Atomkraftnutzung umgehend zu beenden und die Energiewende folgerichtig voran zu bringen. Bekennen Sie sich zu Ihrer persönlichen Verantwortung und stellen Sie die Weichen auf Abschalten und konsequente Energiewende! Und lenken Sie nicht von Ihrer Verantwortung ab, indem Sie verschiedene Gruppen unserer Bevölkerung gegeneinander aufhetzen. Verständigung und Frieden zu fördern, ist eine immerwährende Aufgabe jedes anständigen Politikers.

Raimund Kamm

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