Windkraft in Süddeutschland: das Klima schützen, Strom produzieren und Geld verdienen

Windkraft und Photovoltaik sind die Arbeitspferde für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Und die Mehrheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger wollen sie.

„Die Nutzung und der Ausbau der Windenergie an Land werden von einer breiten gesellschaftlichen Zustimmung von rund 80 % der Bevölkerung getragen. Auch vor Ort zeigt sich eine hohe Akzeptanz: 79 % der Menschen sind mit den Windenergieanlagen in ihrer Umgebung einverstanden.“ Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der FA Wind und Solar 2024.

Zur Erinnerung: Bayern war schon auf dem Weg

Im Jahr 2011 forderte unter dem Eindruck der Fukushima-Katastrophe der damalige CSU-Umwelt­minister Markus Söder in einem Papier „Bayern regenerativ – Neue Energie für Bayern“ eine Beschleunigung der Energiewende und 1500 neue Windkraftanlagen (WKA) für Bayern. In 2 bis 3 Prozent des Landesgebietes sollten Windkraftanlagen geplant werden.
Im „Bayernplan“ der CSU von 2013 hieß es vernünftig: „Wir wollen, dass in Bayern so viel Strom erzeugt wird, wie verbraucht wird.“
Doch dann hat sich die CSU unter Seehofer und Söder hiervon verabschiedet und setzte vermehrt auf Gas- und Stromimporte. Dadurch förderte Bayern auch die gefährliche Atomkraft in Tschechien und erhöhte unsere Abhängigkeit vom diktatorisch regierten Russland Putins. Und versagte seinen Beitrag zum Klimaschutz. Gut, dass auch Bürgermeisterinnen der CSU sich massiv für die Windkraft einsetzen!

Starke Gründe sprechen für die Energiewende auch mit Windkraft

++ Eine moderne WKA kann in Bayern den Strom für 5 bis 10 Cent je Kilowattstunde erzeugen. Das hängt insbes. von den Preisen neuer Anlagen ab. Und die wiederum stark von den Beton- und Stahlkosten.

++ Eine moderne WKA kann in Süddeutschland je nach Standort 12 bis 17 Mio. Kilowattstunden Strom im Jahr liefern. Eine Anlage kann so entweder über 5.000 E-Autos oder über 5.000 elektrische Wärmepumpen mit Strom versorgen.

++ Würden 12 Millionen Kilowattstunden in einem Kohlekraftwerk erzeugt, entstünden hierbei rund 12.000 Tonnen CO2.

++ Erdgaskraftwerke sind ähnlich klimaschädlich wie Kohlekraftwerke. Zwar entsteht bei der Erdgasverbrennung nur halb so viel CO2 wie bei der Kohleverbrennung, doch entweichendes Erdgas schädigt unser Klima. Denn das hauptsächlich aus Methan (CH4) bestehende Erdgas ist mehr als 25-mal so treibhaus-

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wirksam wie CO2. Die Methanemissionen von der Gasquelle über die Pipelines bis zum Schlupf bei der Verbrennung eingerechnet, ist Erdgasverstromung ähnlich klimaschädlich wie die Kohleverstromung. Windkraftwerke, die Erdgasverbrennung ersetzen, schützen so ebenfalls das Klima.

++ Moderne WKA in Süddeutschland  können im Mix mit Bioenergie, Geothermie, Solar und Wasserkraft sowie zusammen mit Lastmanagement, Leitungsverbund und Speichern eine sichere Stromversorgung gewährleisten. Diese kann dezentral und durch regionale Unternehmen mit Bürgerbeteiligung erfolgen.

++ Baden-Württemberg wieBayern haben genügend windgeeignete Gebiete!! Laut der wissenschaftlich renommierten Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) taugen 10 Prozent der Landesfläche Bayerns. Dort könnte theoretisch mehr Strom erzeugt werden als Bayern insgesamt verbraucht!

++ Wir werden nicht allen nötigen Windstrom in Bayern und in Baden-Württemberg erzeugen, sondern auch einigen aus dem Norden und von der See kaufen. Dennoch ist es ein sinnvolles Ziel: Im Schnitt gut 50 WKA je Landkreis in Bayern (71 LK und 25 kreisfr. Städte) und 5 je kreisfr. Stadt anzustreben. 3700 WKA in Bayern werden dann in etwa 20 Jahren mit gut 22 GW (Gigawatt = Millionen Kilowatt) etwa 50 Mrd. kWh/a erzeugen. Übrigens: Die Landkreise Hof (110 WKA), Ansbach (74), Würzburg (73), Neumarkt Opf (65), Neustadt a. d. Aisch (63), Weißenburg (51), Eichstätt (49) haben dieses Ziel bereits erreicht.

Holzwege

Es ist eine gefährliche Illusion, dass Bayern die Windkraft nicht brauche und alles mit Solar machen könne. Denn in den Wintermonaten November bis Januar/Februar ist der Stromverbrauch am höchsten und die Solaranlagen erzeugen an den kurzen Tagen und manchmal bei Dunstwetter oder Schnee keinen und im Monatsschnitt nur etwa ein Zehntel so viel Strom wie in den Sommermonaten.

Irreführend ist auch die Behauptung, mit wasserstoffbetriebenen Gaskraftwerken klimaschonend in Bayern den Strom herstellen zu können. Kann man zwar. Doch die Produktionskosten lägen über 30 Cent je Kilowattstunde. Denn die Umwandlungsverluste sind hoch. Wenn man eine Kilowattstunde Strom mit so einem Gaskraftwerk erzeugen will, braucht man etwa drei Kilowattstunden grünen Strom beispielsweise aus Windstrom, um den Wasserstoff zu produzieren, zu komprimieren, zu transportieren und zu verbrennen. Will man in Bayern denn dreimal so teuren Strom?

In Büsum in Schleswig-Holstein würde man sich angesichts in Bayern steigender Strompreise vermutlich die Hände reiben und sagen: Wir haben preiswerten Windstrom, BMW kann doch auch Büsumer-Motoren-Werke heißen.

Doch verständlicherweise will man auch dort nicht noch viel mehr Windräder. Ende 2024 kommen in Schleswig-Holstein auf ein Windrad fünf Quadratkilometer Landesfläche. In Bayern auf 61. Die Windkraftdichte ist dort im Norden bei etwa gleicher Bevölkerungsdichte 12-mal höher.

Zwei Muss

! Windräder verändern die Landschaft und ihren Anblick. Umso wichtiger ist es, dass die Mitbürger*­innen in die Planung einbezogen werden und sich am Eigentum fair beteiligen können. Wer sie sieht, soll von ihnen auch profitieren!

! Windräder nutzen Natur und Landschaft. Umso wichtiger ist es, im Dialog mit den echten Naturschützer*innen vom BN und LBV geeignete Standorte auszuwählen und falsche Naturschützer bloßzustellen.

Stromkosten senken, die Versorgungssicherheit stärken und Geld verdienen