Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sollte sich schämen

Medienerklärung 5.12.17

Zum wiederholten Male machte der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) A. Gaffal heute Stimmung gegen die Energiewende. Und das mit verlogenen Aussagen. Wann endlich übernimmt der vbw Verantwortung für den Klimaschutz und für die Lagerung des Atommülls?

Deutschland leistet nicht einmal seinen Beitrag zum internationalen Klimaschutz. Das auch von einigen bayerischen IHK (Augsburg, München, usw.) geforderte Festhalten an der Kohle, die Nichtdurchsetzung vernünftiger Wärmeschutzstandards für unsere Häuser und das Versagen bei der Bändigung des ausgeuferten Autoverkehrs sind hieran schuld. Und fast all diese schlimmen Fehler wurden vom Lobbydruck tonangebender Teile der bayerischen Wirtschaft befördert.

Ein Blick an die heutige Strombörse zeigt, dass wir in Deutschland bei der Stromwende vorankommen. Im Day-ahead liegen heute (5.12.) die Preise bei: Frankreich: 9,19 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh), Deutschland: 3,591 ct/kWh, Schweiz: 8,759 ct/kWh  http://www.epexspot.com/de/marktdaten

In Folge der Privilegierung der großen Stromverbraucher, die kaum EEG-Umlage, kaum Netzentgelt und kaum Stromsteuer zahlen (aber zu den niedrigen Preisen an der deutschen Strombörse einkaufen können), müssen schätzungsweise 98 Prozent der nicht-privilegierten Firmen und natürlich die normalen Haushalte übermäßig viel für ihren Strom bezahlen.

Wann endlich versteht der vbw-Präsident, dass mit dem EEG Investitionen in eine zukunftsfähige Stromwirtschaft finanziert werden? Wann endlich sagt der vbw-Vertreter ehrlich, dass ihm die Einhaltung des 2° Erwärmungsziels, wie es die Völkergemeinschaft in Paris vor zwei Jahren beschlossen hat, egal ist? Und wann sagt der vbw-Chef, was mit dem tödlichen Atommüll geschehen soll, von dem in Bayern so viel wie in keinem anderen Bundesland lagert? Und der durch den vbw mitverursacht wurde?

Der vbw-Vertreter Gaffal setzt sich im Klartext für die Zerstörung der Lebensgrundlagen von uns und unseren Nachkommen ein. Für die Vertreibung von hunderten Millionen Menschen, die durch den Anstieg des Meeresspiegels ihre Heimat verlieren. Er sollte sich schämen! Wann endlich widersprechen ihm die verantwortungsbewussten Vertreter der bayerischen Wirtschaft?

Raimund Kamm

Hinweis: Raimund Kamm ist auch Vorsitzender des Bundesverbandes WindEnergie Bayern. Die Windbranche in Bayern hatte bis vor kurzem noch 12000 Arbeitsplätze. Jetzt werden weit über 1000 Stellen gestrichen. Der Strom aus neuen Windkraftanlagen in Bayern kostet 5 – 8 ct/kWh.

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