Speicher und andere Flexibilitätsoptionen

Stromerzeugung und Stromverbrauch lassen sich auch mit 100 % EE-Strom gut synchronisieren

Seit Jahren wird von Gegnern der Energiewende gesagt, dass der Bau neuer PV- oder Windkraftanlagen sich nicht lohne, so lange wir nicht massiv Speicher bauten. Dem entgegnet unermüdlich der Regensburger Elektrotechnikprofessor Michael Sterner: Speicher werden wichtig – aber erst ab etwa 60 bis 80 Prozent Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch. „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss nicht auf Stromspeicher warten.“ Quelle „Stromspeicher in der Energiewende.“ (2014)

 

Hintergründiges vom Physiker Dr. Rüdiger Paschotta
Energiespeicher und Stromnetze – was braucht die Energiewende? Quelle
Energiespeicherung – ein zentrales Problem für erneuerbare Energien?
Quelle

 

Speicher

Eine zuverlässige Stromversorgung muss in jeder Sekunde Stromerzeugung und Stromverbrauch ausgleichen. Dazu nutzt man auch bisher eine Mischung verschiedener Energiequellen und Kraftwerke. Das Bauen auf eine Energieart bei der Stromerzeugung ist riskant

Bisher: Wer hauptsächlich auf Atomkraft setzt, schafft nicht nur wahnsinnige Gefahren und schrecklichen Atommüll sondern auch Versorgungsrisiken. Das hat nach Fukushima Japan gespürt. Das spürt bei großer Kälte oder in trockenen Sommern mit Kühlwassermangel das Atomland Frankreich. Unser westliches Nachbarland gerät bald wegen der technischen Mängel und des Alters seiner AKW in immer größere Versorgungsschwierigkeiten.

Zukünftig. Wenn wir uns einer 100 % Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien nähern, brauchen wir auch eine Mischung verschiedener Quellen.

Arbeitspferde dieser Stromversorgung werden Photovoltaik und Windkraft sein. Die heute schon aus neuen Großanlagen den Strom für 5 – 8 Cent je Kilowattstunde liefern und deren Preise durch technische Fortschritte noch weiter sinken werden.

Daneben haben wir die vorhandenen Wasserkraft- und die vorhandenen Biomasse- und Biogasanlagen. Diese können und müssen flexibel Strom erzeugen. Denn Biostoffe kann man speichern und dann zur Stromerzeugung einsetzen, wenn PV und Windkraft wenig liefern. Das rechtfertigt dann auch die erheblich höheren Preise für Strom aus Biogas.

Neben dieser Mischung der Erneuerbaren Energiequellen haben wir weitere Flexibilitätsoptionen, um Stromverbrauch und Stromerzeugung zusammenzubringen:

  • Großräumige Verteilung der PV- und Windkraftanlagen, um die Wetterunterschiede zu nutzen
  • Vernetzung der weiträumig verteilten Anlagen mit modernen und verlustarmen HGÜ-Leitungen
  • Im Jahr 2017 haben wir so viele Kraftwerksüberkapazitäten, dass Speicher sich nicht lohnen und niemand in sie investiert. Das wird sich ändern, wenn die alten Atom- und Kohle- und später auch Erdgaskraftwerke abgeschaltet sind und wir viel PV und Windkraft zubauen. Heute gibt es hauptsächlich Speicherkraftwerke (Beispiel Walchensee), Pumpspeicherkraftwerke (Beispiel Schluchseewerk im Schwarzwald). In Norddeutschland auch unterirdische Druckluftspeicher. Zunehmend werden sogar einst teure Akkus interessant. Ihre Preise sind rapide gesunken. Interessant sind neue Techniken, mit Strom Wasserstoff oder auch synthetisches Erdgas („Power to gas“) oder Treibstoffe („Power to liquid“) herzustellen. Noch sind hier allerdings die Wirkungsgrade klein und die Kosten hoch.
  • Flexible Stromverbraucher (Metallschmelzen, Luftzerlegungsanlagen, Kühlhäuser usw.) können ihren Betrieb um Stunden verschieben, und sich so der Erzeugung billigen PV- und Windstroms anpassen.

 

Fehlerhinweise oder Verbesserungsvorschläge bitte an: r.Kamm@anti-akw.de Danke!

 

Raimund Kamm

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